9. November 2010

Internationale Tagung des Kunstgeschichtlichen Instituts der Goethe Universität Frankfurt

„Künstlerische Theoriebildung und Praxis in der Moderne“ so lautet der Titel einer dreitägigen Tagung, die  vom 19.11-21.11 an der Goethe Universität Frankfurt stattfinden wird.

Die schriftlichen oder mündlichen Äußerungen moderner und zeitgenössischer Künstler zu Kunst im Allgemeinen und manchmal auch zu ihren eigenen Werken ist ein weit verbreitetes Phänomen. Die vom Künstler ausgehende Theoriebildung kann gezielt die eigene künstlerische Praxis reflektieren oder sich mit allgemeinen ästhetischen und philosophischen Fragestellungen beschäftigen. Hierbei kann die Theoriebildung nicht nur als Reflexionsmedium angewendet werden, sondern kann selbst künstlerisch wirken, also als Teil der künstlerischen Praxis fungieren.

Nicht zu Letzt kann es Künstlern daran gelegen sein, ihr Werk durch eigene Erläuterungen verständlicher zu machen oder auch durch strategische Stellungnahme Einfluss auf dessen Deutung zu nehmen. Durch kunsttheoretische Abhandlungen, Manifeste, Essays, Interviews oder Vorträge können Künstler also nicht nur neuartige Arbeitsweisen bekräftigen, sondern bestehende Werkinterpretationen zu Gunsten der eigenen Ansicht “korrigieren“. In der Kunstgeschichte und -kritik ist die Deutung durch den Künstler selbst zu einer bestimmenden Interpretationsinstanz geworden.

Es besteht bislang keine eindeutige Umgangsweise mit diesem Phänomen. Selbstdeutungen durch Künstler werden mal als gültige Interpretationshilfe, mal als vom Werk unabhängige Erscheinungen behandelt. Der Untersuchungsschwerpunkt der Konferenz „Künstlerische Theoriebildung und Praxis in der Moderne“ ist diese variable Funktion der künstlerischen Selbstdeutungen im Gesamtwerk eines Künstlers. Zur Diskussion stehen die Fragen: Welche Bindung haben künstlerische Selbstdeutungen an das Werk eines Künstlers? Sind sie Teil einer ästhetischen Einheit oder stehen sie im Widerspruch zum Werk?  Wird die künstlerische Praxis durch sie verständlicher, um ästhetische Ideen erweitert oder gar verkompliziert?

Die dreitägige Konferenz bietet eine Plattform, auf der unterschiedliche methodische Herangehensweisen an diese Fragen exemplarisch vorgestellt und diskutiert werden. Sie umfasst 18 Vorträge von nationalen und internationalen Forschern, welche die Bandbreite der künstlerischen Theoriebildung und des methodischen Umgangs mit dieser repräsentieren.


19.-21. November 2010, täglich um 09:30 Uhr

Campus Westend, Casinogebäude, Raum 1.801

Die Konferenz ist bei freiem Eintritt öffentlich.Anmeldung erbeten unter: Nieslony@kunst.uni-frankfurt.de.

Website der Veranstaltung:

http://www.kunst.uni-frankfurt.de/theorie-praxis.htm


30. August 2010

Yes, No, Maybe

Jenny Holzer, 2000

24. August 2010

Longos Linie

Für ihre aktuelle Herbst/Winter Kollektion hat das italienische Modehaus Bottega Veneta den amerikanischen Fotografen Robert Longo gewinnen können. Auf eine ganze Reihe von Kollaborationen mit Künstlern wie Nan Goldin, Stephen Shore und Annie Leibovitz folgt erneut ein Brückenschlag von Mode und künstlerischer Fotografie.

Ohne jeden Zweifel zitiert Longo seine erfolgreiche Zeichenserie „Men in the Cities“ aus den 80er Jahren, in denen er Künstlerfreunde wie Cindy Sherman in expressiven Posen verfremdend porträtierte.

Einerseits zollt er seiner eigenen Arbeit einen Tribut, andererseits reagiert er damit unmittelbar auf einen durch Apple eingeleiteten Werbetrend, der Silhouetten in impulsiven Bewegunsposen zum Credo des derzeitigen Kommunikationdesigns erhoben hat. Es ist davon auszugehen, dass Apple in ihrer Ipod Annonce selbst auf Longo Bezug nehmen, wenngleich subtiler als es in der aktuellen Bottega Veneta Kampagne zu sehen ist.

Im Mittelpunkt der Formensprache steht damals, wie heute die bewegte Linie. Zeichnerisch genaue Grauabstufungen verleihen den Schwarzweißfotografien einen Silberschimmer und machen die Körper und Textilien der grafischen Arbeit haptisch erfahrbar.

Die Körper bleiben in einem Moment gehalten, der keinen Aufschluss gibt, ob die Figuren im Begriff sind zu springen oder zu stürzen, zu erwachen oder zu Boden zu sinken – kraftvoll und hilflos zu gleich.

Diese paradoxe Pose aus dionysischem Tanz und blitzartiger Athletik ist seit Hagesandros und Polydoros Laaokon, spätestens aber seit Michelanelo zu einem zentralen Merkmal der abendländischen Figurensprache geworden.

Der Schnitt der Kollektion erfüllt die gegensätzlichen Merkmale aus fließenden und geordneten Elementen. Die bewegte, wenngleich angeordnete Linie schafft die Konturen, auf welche es Longo in seinen Bildern ankommt.

18. August 2010

In and Out the Box – Hell, Yes!

Das New Museum in New York City ist In und Out, ist Up, ist Down, ist High und Fly.

Es ist einer dieser Museumsbauten, dessen Medium und dessen Funktion auf den Kopf gestellt wird. Foregrounding und Selbstreferenz sind die bestimmenden Elemente des Architekturdiskurses.

Nähert man sich dem Museum von der Bowery Street aus dem Westen oder Osten Manhattans, so begegnet einem im Dunstkreis von Chinatown ein architektonischer Leuchtturm, der durch sein hell-metallisches und elegantes Fassadenwesen die angewelkte Nachbarschaft mit Ästhetik und Zeigeist beseelt.

Das Prinzip der Vereinigung gegensätzlicher Raumideen wird in diesem Museumsbau in vielfältiger Weise zum Besten gegeben. Der Aufbau ist ein Zwist zwischen dem antikalten Prinzip von Last und Tragen, zwischen ruckartiger Bewegung und ruhevoller Standpose, zwischen kompositorischer Ganzheit und modularer Vielfalt – eine Virtousendemonstration statischer Möglichkeiten.

Die Innenräume des Museums stehen im Zeichen des modularen Schuhkasten Prinzips. Klare quadratisch angelegte Räume und Flächen, die meist ohne Fenster und Sonnenlicht auskommen, bieten Lagen an denen sich zeitgenössische Konzepte und Ideen ortsspezifisch stilisieren lassen.

Aktuelle Ausstellungen:

Rivane Neuenschwander:
A Day Like Any Other

June 23 – September 19, 2010
Lobby, Third, and Fourth Floors

Brion Gysin: Dream Machine

July 7 – October 3, 2010
Second Floor

Museum as Hub:
Bidoun Library Project

August 4 – September 26, 2010
Fifth Floor

Amy Granat: Light 3 Ways

June 23 – September 19, 2010
Shaft Project Space

New Museum New York, 2007

Architekten: Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa

27. Juli 2010

Antike Reloaded 2010

Scoop Models aus Kopenhagen haben in Zusammenarbeit mit zwei Grafik-Designern ihre Jungs und Mädels in Gips verewigt. Hat man im antiken Griechenland bei der Poträtierung oft ein bisschen kosmetisch nachgeschminkt und ausgebessert, so müssen die Gesichter und Körper der dänischen Models nicht idealisiert werden. Es sind authentische plastische Abzüge iher „makellosen“ Körper.

Schöne Menschen bildnerisch in Form und Ausdruck zu bannen ist seit je her Usus künstlerischer Arbeit. Aber sind diese Büsten tatsächlich innovativ oder macht man es sich hier zu einfach, wenn man sich vorgefertigter Ideen und Formensprache bedient und hierbei auch noch auf die Auslese genetischer Prachtkörper zurück greift? Nach dem Leitspruch – viel hilft viel.
Oder drückt sich hier doch mehr als nur Oberflächlichkeit aus? Findet nicht eine Abwendung von kommerzieller Modefotografie statt und liegt das Augenmerk nun nicht vielmehr auf der Arbeit selbst, also das Objekt selbst als Thema und weniger das Produkt einer geldgeilen Marke oder eines egozentrischen Magazin-Editors?
Entscheidet selbst.

26. Juli 2010

Vorgeschmack auf Josef Schulz

Picture Source: Fiebach-Minninger Gallery

24. Juli 2010

Auf der Linie – auf den Punkt

Technisch virtuos und künstlerisch einfühlend – Richard Kilroys Zeichnungen interpretieren zeitgenössische Modefotografie der letzten 5 Jahre.

Bei seinen Zeichnungen lässt sich der britische Illustrator von den großen und supercoolen Modemagazinen inspirieren, dessen Fotostrecken er nach den tradierten Gestaltungsverfahren der Mimesis und Electio übersetzt.
Mit seinen detailgetreuen Nachahmungen würdigt er die fotografische Vorlage, wobei er wiederum bestimmte Aspekte abstrahiert, hervorhebt und inszeniert.

24. Juli 2010

Punky Beachboy

Das eingespielte Duo aus Mariano Vivanco und Nicola Formichetti zeigen in einer Fotostrecke für die aktuelle Vogue Hommes Japan ihre innovative Gestaltungskraft.

Sie erweitern den schwer angesagten Rocker-Punker-Modeltypus der letzten zwei Jahre um Stilisierungen im Zeichen einer Ethno- und Barbie-Ästhetik.
In einer Welt aus Eiskrem- und Lollipop-Farben wird aus dem Vivienne-Westwood Surfer-Adonis ein ozeanischer Stammeskrieger.

29. April 2010

Gareth Pugh

29. April 2010

Eargasm

Eargasm – The sensation one gets while hearing a dramatic climax in music.

Eargasm auf Deutsch: Ohrgasmus